Nachlese
des 1. FM Gelände-Plausches 2004
Das sprichwörtliche Glück war mit uns! Nicht weil für so einen Pferdeanlass im Freien viele Hufeisen glückbringend herumlagen – der Hufschmied hatte nur einmal zu nageln – sondern dank der Top-Organisation im Vorfeld und Kenntnis der richtigen Leute, wo in letzter Minute noch etwas Fehlendes aufzutreiben wäre.
So geschehen am vorangegangenen Samstag, als plötzlich klar wurde, dass erstens die Pferde an einem so heissen Tag eine Tränke bräuchten und zweitens Wasser im Restaurant wohl vorhanden war, aber nichts um es heiss zu machen! Auch das Stromproblem hatte sich in letzter Minute zufrieden stellend lösen lassen.
Die "Hauptprobe" –
ein Durchgang für die bewertenden Funktionäre – lief bestens, nachdem einige Denkfehler im theoretischen Plan dem Gelände angepasst wurden. Da diese Umgänge jeder Stufe nur mit einem Pferd durchgeführt wurden, liess sich ohne Intervall leider nicht klären, ob der zeitliche Ablauf an den Spielen gewährleistet war. Das zeigte sich dann erst sonntags bei der unterschiedlichen Handhabung der Hindernisse.
Nach allen Instruktionen zog abends ein Mordsgewitter über den Hohbühl, prüfte die Standfestigkeit der Zelte mit stürmischenergischem Rütteln und übergoss alles mit heftigem Platschregen. Heinz hatte uns gottseidank zu solider Konstruktionsarbeit am Festzelt angewiesen, das Partyzelt für den Start hingegen konnten wir im Maisfeld suchen….
Der Sonntagmorgen
zeigte sich im schönsten Sommerwetter. Herrliche Sonne, die Natur frisch gewaschen, alles eingerichtet und startklar. Eine verlorene Liste am Boden: Würfeli, Öhrli, Rüebli, Sonnenbrille, bewies so schön, dass alles fürs Pferd an erster Stelle stand!
Während der ganze Pulk Startender bei der Besichtigung aufmerksam aber etwas träge hügelaufwärts trottete, ertönte vom Lautsprecher die herzliche Begrüssung und die treffende Musik: mit 66 Jahren, da hat man Spass daran! Aber hallo!!
Spass und Plausch hatten denn auch die meisten ReiterInnen an den vielseitigen Geschicklichkeitsspielen, den Galoppstrecken und den Naturhindernissen oder Pflichttoren aus Tannreisig. Nageln, Ball schleppen oder seitlich herantreten und ruhig stellen wurde mit viel Zuspruch zum Pferd ordentlich gelöst. Eine Knacknuss war das Wasser ansaugen per Ballermann-Röhrli und einfüllen in einen weiteren Becher nebenan. Während der "Stauzeit" konnten die Wartenden aber sehr genau abschätzen, wie sie dieses Spiel vielleicht besser lösen konnten.
Nervenstarke Freiberger
Dass Freiberger gelassen reagieren bewies einer, als er einen zu nahe ans Hinterteil gehüpften Ball mit der Hinterhand kurzerhand mit einem Tritt wegbugsierte.
Einige Rutscher vom Pferd gab es zu verzeichnen. Sympatischerweise blieben die Tiere grasend stehen, oder bockten vor Freude abseits. Totalen Einsatz lieferte eine Konkurrentin, die vom Pferd rutschte, als sie den Ball aus dem Rohr fangen wollte; unten angekommen hielt sie ihn wie eine Trophäe hoch und rief: krieg ich den Punkt?
Die Sanität musste nur zwei Teilnehmerinnen behilflich sein, und glücklicherweise flogen kaum Wespen.
Spezialauftritt
Einen begeisterten Auftritt leistete sich das Schönauer-Team. Von Kirchberg her reiste Chris Scheiwiller im Gespann an, um an der Prüfung teilzunehmen. Grinsend erläuterte er, das sei die beste Vorbereitung für Wallach Lukas, was dieser top bewies mit einem Sieg in der mittleren Gruppe.
Begeisternd hatten sich die Besitzer zweier Maultiere angemeldet, froh um diese seltene öffentliche Startmöglichkeit. Sie zeigten, dass auch mit diesen als störrisch verschrienen Tieren subtile Leistung möglich war. Eine sensationelle Bereicherung!
Kondition
Als endlich die viel Ruhe und Geduld erfordernden Spiele absolviert waren, vermochten einige Teilnehmer die letzte Puste für die Galoppstrecke und Pflichttore nicht mehr mobilisieren. Hier zeigte sich, wer Kondition hatte – Reiter wie Pferde übrigens. Ein wunderschön harmonisches Bild lieferte eine Reiterin im mittleren Springparcours, nur ihre Aussagen während dem Ritt: Hilfe, uiuiui mein Gott, neiiin passten absolut nicht dazu…. Paradox, nicht wahr!
Verbesserungen
Vielleicht müsste man sich überlegen, ob der Parcours nicht besser umgekehrt gestartet würde, wie Paul Weier vorgeschlagen hatte. Stauungen könnten vielleicht auch vermieden werden mit doppelter Möglichkeit bei zeitraubenden Hindernissen und aufgeteilte Zeitmessung.
Eine Variante wäre auch, das speditiver reitende "Schwere Feld" vorzuziehen – wegweisend und vorreitend für Anfänger der "leichten Gruppe" und präsentierend als Augenschmaus fürs Publikum.
(Eine neu ins Pferdeleben gerufene Prüfung kann auch nicht von Beginn weg perfekt sein. Wir werden allen Input prüfen und vielleicht Modus und Zeitnahme ändern!)
Schauprogramm WOK
Oh, nein, für einmal holte nicht Wettkönigin Kuh Sybille die Rosinen aus dem Kuchen. Wer Bruno kennt, dachte sich schon, dass er einen besonderen Leckerbissen als Schauprogramm bieten würde. So war es! Er setzte sich selber aufs Pferd und zog seine mit diversen Schützen versehene Gattin in einer wok-ähnlichen Pfanne den Berg runter und nach zwei Torumrundungen wieder hinauf. Das Publikum auf dem Hügel wollte mehr sehen. Die Jugend kam zum Zug und startete gleich vom Start weg im Galopp. Action pur und saubere Kurventechnik bewiesen zwei Funktionäre, die auch als Sieger zu den jubelnden Zuschauern den Berg noch breschten. Die Fliehkraft mit Tempo in den Kurven war enorm, aber was wäre ein WOK (heisst das wirklich Wettbewerb Ohne Kurven? )-Rennen ohne? Fade! Das dachte sich wohl auch Chris, als das Seil riss und er den WOK zu fuss den Berg hochziehen musste….
Nicht alltägliches
Die leistungsfähige topgeführte Beiz wurde über Mittag unterstützt von einem Glace-Bauchladen. Der gewaltige Getränke- und Eiskonsum verhalf diesen zwei Institutionen zu Megaumsätzen.
Auch für diesen Sommer-Event zeichnete Esther Helbling ein neues Logo, das die diesjährigen grünen Plaketten und Programme zierte. Danke für den typischen Fribi.
Abschlussgedanken
Sicher werden wir diesen Tag 2005 noch effizienter realisieren,
etwas Besseres kann Freibergern doch gar nicht passieren.
Der kleine Rahmen gefällt
Mitmachen & Spass ist alles was zählt
Und der Name passt auch
Freiberger Gelände-Plausch