Patrouillenritt Jack’s Valley 2006
Wo Feuerwalzen rollen und Schafe springen…
Nach Brandzeichen malen in Andi’s Coral ging’s bergwärts, um dort mit Fakeln einen Überfall zu üben. Zu intensive Zielübungen liessen viele den Zusatzpunkt vergessen, den Kampfruf. Teamgeist war bei der Feuerwalze gefragt…. und ich fragte mich ehrlich, was für Pferde im wilden Westen oder bei Filmen für diese Aufgaben gewählt wurden?? Nervenstarke auf Jedenfall!, denn der Rumplerei des stilisierten Feuerfasses musste subtil entgegengewirkt werden mit Vertrauen und Beruhigung. Manchem edlen Renner der Prärie war die Action pur zuviel. Die verloren geglaubten Punkte konnten aber wettgemacht werden mit der Frage nach dem Sinn der Präriefeuer.
Am idyllischen Wasser konnten sich Teilnehmer wie Pferde beim Goldwaschen beruhigen, bevor es im Wald ans Pfeilschnitzen ging. Dieser sollte indianermässig bei der Büffeljagd eingesetzt werden…. nicht als Wurstspiess! Siedler-Atmosphäre verbreitete der nächste Posten. Ob Hurrikan, Schnee- oder Sandsturm – so etwa mussten sich die Pioniere und ihre eingespannten Pferde eines Trail’s vorkommen, die mit ihren Planwagen durch die Rocky’s zogen. Nämlich mit verbundenen Augen einen pfannenbehangenen Wagen ziehen und ein Kutscher, der dauernd „rechts – links – geradeaus“ brüllte. Wo bitte genau war denn geradeaus? Gottseidank waren das keine echten Kakteen beim Nasenkontakt!
Der durchwegs top auswendig gelernte Melodien-Code beim Glockenposten liess den erwarteten „Square-Dance“ als Antwort den Punkteverteiler das gewünschte Wort gleich selber als Frage verpacken. Das konnte wohl passieren, wenn man die Antwort im Kopf hatte und 80 Patrouillen dieselbe Frage stellen musste. Es zeigte auch einmal mehr, wie sehr die Posten-Helfer den ganzen Tag funktionieren mussten. Die souveränen Country-Song Kenner kannten aber auch die zweite Lösungsmöglichkeit.
Es gibt kaum einen „Western“, indem nicht geschossen wird. Bei Posten 8 erledigten das Duell die teilweise in sensationellem Outfit gekleideten Patrouillen mit Bällen – das war weniger endgültig, denn wir möchten den Pat.Ritt nach diesem durchschlagenden Erfolg mit all den feinen Westernreitern doch Pfingstmontag 2007 wieder durchführen….. alles klar?
Da die Wegführung viel abwärts ging, war das Tempo des Rittes eher ruhig gehalten; dafür bot die Natur herrliche Schauspiele an: segelnde Milane begleiteten die Pferde, putzige Jungrinder beobachteten die Patrouillen, ein aufmerksam schnupperndes Reh kreuzte den Weg und ein springfreudiges graues Fohlen freute sich des Lebens. Wer sah noch mehr?
Krönende abschliessende Auflockerung dieses abwechslungsreichen Rittes bot ein echtes Schafetreiben. Cowboy-Stimmung pur, jippiyee! Die mit dem Lasso verlängerten Arme der Treiber liessen die Wolltiere übermütig ausweichend über den Zaun springen statt durch die Öffnung, die tagsüber verstellt wurde, um es für Spätstarter etwas schwieriger zu gestalten, nachdem die Schafe langsam wussten, wohin sie zu rennen hatten…. phu,war das ein langer Satz!
Punktemässig waren alle Patrouillen innerhalb 50 Zählern, sodass die Schätzfrage (wie viele Kugeln) auch noch zum Zug kam. Ein Zuschauer kam bis auf 5 Stück an die Endzahl heran. Gratulation!